Mit dem Elektroroller
umweltfreundlich in die Zukunft

Das urbane Straßenbild wird schon bald ein anderes sein. Der Elektroroller wird in Kürze zugelassen und soll den Verkehr in Großstädten entlasten. Hersteller wittern einen lukrativen neuen Markt – es gibt immer mehr Modelle! Ein aussichtsreiches Produkt, in das viele Firmen investieren. Klingt nach dem Gefährt der Zukunft, wäre da bisher nicht ein Problem: die Zulassung!

Hamburg stadt brücke
Brücke Hafenstadt Hamburg

Comeback der Tretroller

Es war ein klassisches Erscheinungsbild der 90er Jahre: Tretroller auf Bürgersteigen. Damals überwiegend als hippes Fortbewegungsmittel genutzt, um den lästigen Schulweg zu erleichtern. Kein Kind, das etwas auf sich hielt und cool sein wollte, konnte auf ihn verzichten. Im Laufe der Jahre ist er wieder in deutschen Kellern und auf Dachböden verschwunden.

Jetzt feiert der Tretroller in altem Look aber mit neuer Technik ein Comeback und richtet sich dabei an eine neue Zielgruppe. Hersteller und Kunden warten sehnsüchtig auf die Zulassung, um mit dem modernen Flitzer die Straßen zu erobern.

Der Elektroroller begeistert die Branche

Der Tretroller 2.0 bietet mit seinem elektrischen Antrieb noch mehr Fahrkomfort und ist dabei rasant unterwegs. Mit einem leisen Surren gleitet er über Wege und Straßen, oft mit überraschend starker Beschleunigung. Mit einer Akkuladung soll sein Elektromotor den Fahrer etwa 15 bis 20 Kilometer weit bringen, bei durchschnittlich 20 km/h. Optisch gleicht er einem ganz normalen Tretroller, ist aber massiver.

Teilweise wird die überarbeitete Version des Klassikers auch E-Scooter oder Kick-Scooter genannt. Ist der Weg zu weit, um zu Fuß zu laufen oder mit dem Rad zu fahren, zu kurz, um mit dem Auto zu fahren? Für diese Fälle ist der Elektroroller wie geschaffen. 

Interessant für Pendler sind klappbare Modelle des Elektrorollers. Diese können Sie über eine Mechanik zusammenfalten und dann im Kofferraum verstauen. Am Stadtrand genügen wenige Handgriffe, um den Elektroroller fahrtauglich zu machen. In Zügen und S-Bahnen lassen sich die Scooter kostenlos mitnehmen.

Auch BMW hat einen Elektroroller im Angebot: den X2City. Er soll eine Reichweite von 25 bis 35 Kilometern haben und bis zu 25 km/h schnell sein. Der Preis liegt bei schätzungsweise 2400 Euro. Entwickelt wurde das Gefährt in der Motorrad-Sparte von BMW, ausgestattet ist der Elektroroller mit einem Smartphone-Anschluss, hydraulische Scheibenbremsen sollen für Sicherheit sorgen. In Deutschland ist er bisher aufgrund der noch nicht eindeutigen Rechtslage nicht erhältlich.

Das musst du wissen

Die Elektroroller dürften mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde auf Fahrradwegen fahren. Gibt es keinen Radweg, müssen sie laut Verordnung auf die Straße ausweichen. Gehwege sind tabu. Die elektrischen Tretroller müssen mit einer Lenk- oder Haltestange, zwei voneinander unabhängigen Bremsen, nach vorne und nach hinten wirkenden Fahrtrichtungsanzeigern (Blinkern) und einer helltönenden Glocke ausgestattet sein.

Alle Fakten im Überblick

  • Der Elektroroller braucht eine Versicherungsplakette
  • Helme sind nicht vorgeschrieben
  • Der Fahrer muss mind. 15 Jahre alt sein
  • Er braucht einen Mofa-Führerschein oder eine andere Fahrerlaubnis
Elektroroller mit Straßenzulassung
Elektroroller mit Straßenzulassung

In großen Städten wie der US-Metropole New York, haben sich die wendigen Elektroroller längst etabliert. Den gestylten Businessmann auf dem Weg zum nächsten Meeting, sieht man damit ebenso wie die moderne Hausfrau Richtung Supermarkt. Die meisten New Yorker lehnen Autos neben finanziellen Aspekten auch aufgrund ihrer mangelnden Praktikabilität ab. Lästige Parkplatzsuche bleibt einem dank E-Scooter erspart, außerdem lässt sich damit auch einmal quer durch den Central Park ans andere Ende der Stadt düsen.

Einen Elektroroller zu besitzen ist jedoch keinesfalls Voraussetzung, um in den Genuss des neuen Fahrspaßes zu kommen. Sharing ist caring im modernen Zeitalter: Es wird demnächst ein Mietmodell für Großstädte geben. Ähnlich wie beim Carsharing, können Sie Ihren Elektroroller dann mit Hilfe einer App orten, entsperren und nach Bedürfnis nutzen.
Er kann überall abgestellt werden und wird nach gefahrenen Kilometern abgerechnet.

Urbane Städter teilen sich bald einen Elektroroller

Nicht nur die Elektroroller-Produzenten stehen in den Startlöchern: Im fränkischen Bamberg will der US-amerikanische Tretroller-Verleiher Bird ab dem Frühjahr 2019 sein Roller-Sharing-Angebot testen. Zunächst sollen 100 e-Scooter im Stadtgebiet verteilt werden, die Buchung wird über die App des Unternehmens möglich sein. Der Preis soll bei 15 Cent pro Minute liegen. Voraussetzung für das neue Angebot: die Verordnung tritt tatsächlich in Kraft. 

escooter_mieten
escooter_mieten

Auch der TÜV sieht die Elektroroller als überaus positive Entwicklung für den deutschen Straßenverkehr. Neuesten Statistiken zufolge spitzt sich die Situation in den Großstädten immer mehr zu, schließlich drängen sich so viele Autos auf den Straßen wie nie zuvor . „Roller mit Elektromotor sind eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Verkehrsmitteln, um kürzere Distanzen in einem urbanen Umfeld zurückzulegen.“, so Richard Goebelt, Bereichsleiter Mobilität beim TÜV-Verband.

E-Roller entlastet die Umwelt

Ein entspannter Verkehr mit weniger Autos bedeutet für die Menschen in Großstädten außerdem weniger Lärm und angenehmere Luft. Eine Reduzierung der Abgase senkt die CO2-Belastung – die Luft wird sauberer. Die Fahrer der Elektroroller profitieren in doppelter Hinsicht: sie bewegen sich mehr an der frischen Luft und sitzen weniger.

Viele kennen den Tretroller noch aus Kindheitstagen. Er wurde nun zum Überraschungshit der E-mobility und hat etliche Vorteile für die Gesellschaft.
Der Weg zur Arbeit wird in Zukunft für Nutzer eines Elektrorollers erheblich kürzer sein und mehr Spaß machen.

Mit der neuen Zielgruppe hat sich auch das Preisniveau verlagert. Für die Anschaffung eines eigenen Elektrorollers muss etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden, als noch vor zwanzig Jahren. Die motorisierten Versionen sind keine kleine Investition. Neben Spritkosten spart man jedoch auch Nerven und trägt zur Steigerung der eigenen Lebensqualität bei.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial
Facebook